Bachstraße Salzburg

Bachstraße Salzburg

Status

Wettbewerbsbeitrag 3. Rang

Programm

Ort

5023 Salzburg

Leistung

Vorentwurf, Entwurf

Fotos

-

Visualisierungen

©kb+l architektur

Info

ALTER BACH - NEUES ZUHAUSE Entwurfsidee:
Das städtebauliche Konzept setzt den Fokus darauf Plätze und Blickbeziehungen zu schaffen. Die Anordnung der Baukörper am Bauplatz sorgt für ein interessantes Zusammenspiel aus direkten Sichtachsen und Blicken, die ums Eck gelenkt werden und Neugier wecken sollen. Hier folgt die Erschließung dem Prinzip der Neugier, wenn man diesem Gefühl nachgibt, führen alle Wege zum Bach.
Die Zufahrt zu den 173 Wohnungen erfolgt über die Bachstraße, von wo aus man direkt bis zum Spielplatz am Alterbach blicken kann. Am Quartierseingang befindet sich der Mobility Hub mit Tiefgarageneinfahrt, Besucherstellplätzen, Anlieferung, UFC, Trafostation und drei großen Fahrradräumen im Erdgeschoss. Zur Bachstraße hin hält sich dieser Bereich eher gedeckt und wir durch die Schaufensterfassade des Fachmarkts im Erdgeschoss dominiert. Dahinter befindet sich die autofreie Zone, ausschließlich der Feuerwehr oder zu Wartungszwecken ist die Zufahrt gestattet.
Es wird nicht nur auf die zukünftigen Bewohner und Fachmarktbetreiber, sondern auch die jetzigen Nachbarn eingegangen. Besonders bei der Höhenentwicklung wurde darauf geachtet, zur benachbarten Einfamilienhausbebauung hin niedriger zu werden und den Hochpunkt im Zentrum des Bauplatzes zu setzen. Um für eine gute Nachbarschaft von Anfang an zu sorgen, wurden auch die Abstände zu den Nachbarn großzügig gehalten. Nur im hinteren Bereich des Fachmarkts wird einstöckig näher an die Nachbarbebauung herangebaut, um die notwendige Fläche für den Grundstückseigentümer und Fachmarktbesitzer im Erdgeschoss gewährleisten zu können. Hierfür würde eine Änderung im Bebauungsplan nötig sein. Sollte eine geringere Verkaufsfläche ausreichend sein, kann hier selbstverständlich wieder weiter abgerückt werden. Bevor der bestehende Fachmarkt demoliert wird, können derzeit 530m2 Verkaufsfläche im Erdgeschoss generiert werden, die nach Abbruch um 90m2 erweitert werden können.
Im Vordergrund des architektonischen Entwurfs stand, von Beginn an, der Gedanke „Luxus für alle“. Unser Entwurf holt durch geschickte Grundrisslösungen das maximale Potential aus minimaler Fläche und bietet unterschiedliche Lösungen für alle Bedürfnisse an. Gleichzeitig wird die Gemeinschaft im Quartier dadurch gefördert, dass es neben den privaten Freiflächen pro Wohnung auch viele Gemeinschaftsflächen gibt. Bei der Aida (5) beispielsweise sind die prominentesten Terrassen Richtung Bach nicht bestimmten Wohnungen zugeordnet, sondern öffentlich zugänglich.
Der Großteil der Wohnungen, vor allem bei den Baukörpern mit Laubengang, passt in ein modulares System. Diesem System gegenübergestellt sind die stark individuellen Grundrisse in den terrassierten Teilen der Baukörper. Hier ist hervorzuheben, dass durchdachte Grundrisslösungen, mit zurückspringenden Wohnungen, dennoch durchgehende Steigschächte ermöglichen.
Farb- & Materialkonzept:
Der schräge Baukörper Aida (5) tanzt nicht nur im Grundriss aus der Reihe, sondern bekommt auch einen speziellen Fassadencharakter in Holz als Juwel am Bauplatz. Die weiße Putzfassade der restlichen Baukörper wird durch Pastellfarben in den Laubengängen und Balkonuntersichten akzentuiert. Bei den Solitären wird die Farbintensität geschossweise abgestuft. Somit soll auch die Orientierung am Bauplatz erleichtert werden. Auf Balkonen und Terrassen werden fest eingebaute Pflanztröge eingebaut, um Bepflanzung auch in die Vertikale zu bringen. Das Dach - als fünfte Fassade - wird ebenfalls begrünt und um das neue Quartier noch nachhaltiger zu machen, mit nach Süden ausgerichteten PV-Paneelen ausgestattet. Die verschiedenen Baukörper sind in Massivbauweise mit Beton und Ziegel angedacht. Sollte es preislich möglich sein empfehlen wir Holzbauweise, da auch die Spannweiten darauf ausgelegt sind. Auch für den Modulbau bringt die Holzbauweise Vorteile mit sich. Bei den Dämmstoffen plädieren wir, aus Nachhaltigkeitsgründen, auf Steinwolle.
Freiraum:
Konzept
Der Entwurf nutzt die vorhandenen Qualitäten des Ortes, entwickelt diese weiter und überträgt sie auf das neue Quartier. Der Grünraum entlang des Alterbaches wird aufgewertet und räumlich erweitert. Die Formensprache orientiert sich an der städtebaulichen Situation und verbindet diese mit der naturräumlichen entlang des Alterbaches. Das Konzept der Inseln und Buchten gliedert die Flächen und schafft abwechslungsreiche, differenzierte räumliche Situationen. Kleinräumige Bereiche weiten sich zu Plätzen aus und Grüninseln schaffen Ankerpunkte mit Aufenthaltsqualitäten. Die kleinen Inseln sind zusätzliche Kondensationspunkte entlang der Wege und laden zur Rast unter dem Blätterdach der Bäume ein.
Zonierung
Die Zonierung ist intuitiv und die Übergänge sind fließend ausgestaltet. Der Grünraum entlang des Alterbaches und der daran angelagerte Spielplatz haben öffentlichen Charakter. Der Spielplatz geht in den Quartiersplatz über und der Grad an Öffentlichkeit nimmt langsam ab. Die Quartierswege sind öffentlich zugänglich, werden aber eindeutig als halböffentliche Räume wahrgenommen. Die Eigengärten als private Freiräume werden mit Grünpuffern räumlich abgesetzt und in die Gestaltung eingebettet.
Ökologie
Bei der Belagswahl werden sickerfähige Beläge wie Dränasphalt, Terraway, wassergebundene Decke oder Betonstein mit offenen Fugen vorgeschlagen. Die Grün- und Spielflächen sind im Allgemeinen nicht unterbaut, leicht abgesenkt und dienen bei Starkregenereignissen der Regenwasserretention. Bei den unterbauten Flächen werden die Grüninseln leicht überhöht ausgeführt, um zum einen eine räumliche Wirkung zu erzielen und zum anderen die für Baumpflanzungen notwendigen Aufbauhöhen zu gewährleisten. Die Bepflanzung der Grünflächen erfolgt mit erprobten, pflegeextensiven und an den Standort angepassten Staudenmischpflanzungen sowie mit heimischen Baumarten in Hochstamm und Heisterqualitäten.