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WB Strandbuffet Schörfling

WB Strandbuffet Schörfling

Status

Wettbewerbsbeitrag

Programm

Neubau des Standbuffets in Massivholz

Ort

4861 Schöfling am Attersee

Leistung

Entwurf

Fotos

-

Visualisierungen

©kb+l architektur

Info

ARCHITEKTONISCHES KONZEPT
Der Entwurf besinnt sich auf die wesentlichen Elemente. Ein einfacher Baukörper mit einem steilen Satteldach zitiert die archetypische Form der regionalen Bootshäuser am Attersee. Die Dachform schafft Vertrautheit und fügt sich harmonisch in die Uferlandschaft ein. Das Gebäude versteht sich als zeitlose Interpretation alpiner Bade- und Nutzinfrastruktur. Die fein ausgearbeiteten Details wie eine filigrane vertikale Gliederung der Fassade und ein offener Dachraum mit sichtbaren Balken transferieren die herkömmliche Nutzbauweise in eine ästhetische Architektur, die kontextuelle Gegebenheiten und aktuelle Ästhetik vereint. Holz als Kernkompetenz der österreichischen Bundesforste wird im Entwurf haptisch und visuell erlebbar. Im Innenraum und an den Fassaden ist das Material Holz tonangebend und schafft eine warme, atmosphärische Gastraumqualität. Die konsequente Holzbauweise spiegelt die Werte des Bauherrn wider: Nachhaltigkeit, Regionalität und ökologische Verantwortung im Umgang mit dem Naturraum.

STÄDTEBAULICHE SETZUNG & ORIENTIERUNG
Analog zu den historischen Bootshäusern und prägenden Satteldachbauten der Umgebung ist das Gebäude mit seiner markanten Giebelseite direkt zum See ausgerichtet. Diese Setzung fungiert als weithin sichtbares Signal: Sowohl für Besucher, die vom Parkplatz eintreffen, als auch für Badende auf der Liegewiese sowie für Passanten, die am See flanieren, ist der Giebel als einladender Ankerpunkt wahrnehmbar. Im Inneren übersetzt sich die äußere Form in einen großzügigen, hohen Gastraum, der sich über die gesamte Giebelfläche zum Wasser hin öffnet und die Weite des Sees tief in das Gebäude holt.

ERSCHLIESSUNG & AUSSENRAUMGESTALTUNG
Die Setzung des Baukörpers definiert eine neue Raumachse, die den Badesteg über die Liegewiese hinweg direkt mit dem Gebäude verbindet. Diese Sicht- und Wegebeziehung integriert das Buffet auf natürliche Weise in den Bewegungsfluss der Badegäste und Besucher. Der Haupteingang der Gastronomie mit der Selbstbedienungsausgabe und Bar orientiert sich nach Südosten zur Liegewiese und ist gut an die Haupterschließung angebunden. Der Eingang zu den öffentlichen Toiletten ist von den Parkplätzen und Hauptwegen gut ersichtlich. Herzstück der Außenanlage ist der großzügige, seeseitig orientierte Gastgarten, der durch die Setzung großwachsender Laubbäume auf natürliche Weise beschattet wird. Die erhöhte Position des Baukörpers generiert eine natürliche Bühne für die Gastronomie, ohne sich vom Landschaftsraum abzukapseln. Sitzstufen transformieren den Höhenunterschied von einer Barriere in eine einladende Verweilmöglichkeit sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten. Die Abgrenzung der einzelnen Gastgartenbereiche erfolgt durch Belagswechsel, Höhenstaffelung und Pflanztröge.

NUTZUNGS- / GASTROKONZEPT
Das Nutzungskonzept des neuen Buffets ist bewusst als flexibles System konzipiert. Durch großzügige Öffnungsmöglichkeiten der Fassade im Bereich des Gastraums verschwimmt im Sommer die Grenze zwischen dem Gastraum und der Terrasse. Der Innenraum wird so zur schattigen Erweiterung des Gastgartens, die den Seebezug und die natürliche Belüftung maximiert. In den Abendstunden oder während der kühleren Übergangs- und Wintermonate lässt sich der Baukörper teilweise oder vollständig schließen, ohne an Transparenz zu verlieren. Diese ganzjährige Bespielbarkeit sichert nicht nur die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Standorts, sondern macht das Gebäude zu einem belebten Ankerpunkt am Attersee – vom sommerlichen Badebuffet bis hin zum stimmungsvollen Restaurantbetrieb in der Nebensaison. Die Architektur bietet somit die hochwertige Hülle für ein Gastronomiekonzept, das den Bedürfnissen der Bundesforste und der Besucher folgt. Der in den Gasträumen offene Dachraum wird über den Funktionsbereichen zu zusätzlicher Fläche für Haustechnik sowie zu einem Winterlager für die Außenbestuhlung. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine intelligente Sanitärplanung: Während die Gastronomie-WCs intern verortet sind, stehen separate, von außen zugängliche WC-Anlagen den allgemeinen Badegästen zur Verfügung. Diese Trennung ermöglicht autarke Öffnungszeiten für den öffentlichen Badebetrieb, ohne die Abläufe oder die Atmosphäre eines möglichen Restaurantbetriebs zu stören.

RAUMERLEBNIS & KONSTRUKTIVE LOGIK
Das Innere des Gebäudes wird durch die kraftvolle Geometrie des Satteldaches definiert. Eine klare Traufkante bildet den gestalterischen Horizont: Darunter lösen großzügige Glasfronten bzw. Faltwände die Grenze zum Außenraum auf und ermöglichen eine fließende Verbindung zur Terrasse. Über dem Gastraum entfaltet sich der hohe Dachraum unter dem Satteldach, dessen hölzerne Untersicht durch eine feingliedrige Sparrenstruktur rhythmisiert wird. Diese Struktur setzt sich konsequent in der Fassadengestaltung fort, wobei die vertikalen Elemente teilweise bis zum Boden geführt werden und die tektonische Logik des Holzbaus ablesbar machen. Als funktionaler und atmosphärischer Gegenpol zur hölzernen Leichtigkeit dienen die mineralischen Oberflächen der Böden. Diese sorgen für eine haptische Wertigkeit und fungieren als thermische Speichermasse.

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