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WB NÖ Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen an der Ybbs

WB NÖ Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen an der Ybbs

Status

Wettbewerbsbeitrag

Programm

144 stationäre Pflege- und Betreuungsplätze, Tageszentrum

Ort

3340 Waidhofen an der Ybbs

Leistung

Entwurf

Fotos

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Visualisierungen

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Info

STÄDTEBAULICHE ASPEKTE
Das neue Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen an der Ybbs befindet sich an der Ybbsitzerstraße, eingebettet zwischen dem Landesklinikum im Nordwesten, einem Parkhaus im Südosten und dem Friedhof im Süden.
Aufgrund dieser zentralen und sensiblen Lage übernimmt das Gebäude eine doppelte Funktion: Einerseits bietet es ein neues, hochwertiges Wohnquartier für pflegebedürftige Menschen, andererseits bildet es eine wesentliche Verbindung innerhalb des bestehenden Gesundheitsstandorts. Die gegliederte Bebauung ermöglicht eine Reihe unterschiedlich ausgeprägter, unversiegelter und multifunktional nutzbarer Bereiche im Erdgeschoss. Besonders im Südosten entsteht ein großzügiger Vorplatz mit einladendem Charakter, der sowohl als Haupteingang zum Pflege- und Betreuungszentrum fungiert als auch die Bewegungsströme entlang der nördlichen Sockelfassade in Richtung Landesklinikum unterstützt.
Durch die gezielte Positionierung des Dorfplatzes Richtung Nordwesten entsteht zudem eine neue, qualitätsvolle Begegnungszone entlang der Friedhofstraße. Diese Aufwertung stärkt nicht nur die fußläufige Verbindung zwischen Pflegezentrum und Landesklinikum, sondern schafft auch einen öffentlichen Außenraum mit hoher Aufenthaltsqualität, der sich selbstverständlich in das bestehende städtebauliche Umfeld einfügt.

FREIRAUM
Die Freiräume des Projekts bilden eine abgestufte Abfolge privater, halbprivater und öffentlicher Bereiche. Wie in einer dörflichen Struktur gliedern sie sich der in verschiedene Plätze, Gärten und Gemeinschaftsbereiche.
Der Demenzgarten ist als geschützter, therapeutisch nutzbarer Raum ausgebildet und bietet eine sichere Umgebung für Bewohnerinnen und Bewohner mit besonderen Bedürfnissen. Der Obstgarten, an den sich die beiden Langzeitpflegeflügel anschließen, schafft einen ruhigen Erholungsraum mit direktem Naturkontakt.
Der Dorfplatz vermittelt zwischen dem Gebäude und seiner Umgebung und dient als halböffentlicher Treffpunkt, während der Vorplatz eine klare, städtebaulich wirksame Eingangssituation ausformt.
Durch den offen gestalteten Eingangsbereich fällt der Blick zum Dorfplatz und leitet ins Gebäude. Die Offenheit ermöglicht eine einfache Orientierung und spannende Blickbeziehungen der Freiräume zueinander. Das Zusammenspiel dieser Außenräume ermöglicht sowohl Rückzug als auch soziale Teilhabe.

WOHNGRUPPEN
Die Wohngruppen sind als überschaubare Einheiten für jeweils 18 Personen organisiert und folgen dem Prinzip einer offenen, wohnlichen und leicht verständlichen Struktur. Ein wesentliches Merkmal ist der ausgeprägte Außenbezug: Aufenthaltsräume, Wohnzimmer und Zimmer öffnen sich mit großen Fensterflächen zu den Gärten, Landschaftsbezügen und Panoramen der Umgebung, wobei die Wohnzimmer gezielt an die Außenbereiche und Loggien orientiert sind, um einen direkten Bezug nach draußen zu ermöglichen. Die Bewohnerzimmer sind gleichwertig organisiert und orientieren sich zur gemeinsamen Mitte hin, wodurch eine klare, gemeinschaftsorientierte Raumstruktur entsteht. Die interne Erschließung bildet ein fließendes Raumkontinuum, in dem Bewegungsräume, Wohnbereiche und Aufenthaltszonen harmonisch ineinander übergehen und Orientierung durch räumliche Qualität schaffen.
Ein zentral angeordneter Pflege-Stützpunkt sowie der Erschließungskern verbinden die Cluster funktional miteinander und gewährleisten kurze Wege, ohne die wohnliche Atmosphäre zu beeinträchtigen.

ARCHITEKTUR UND FUNKTION
Das Erdgeschoss ist als zentrale Erschließungs- und Aufenthaltszone konzipiert, die durch natürliche Belichtung und gezielte Öffnungen zu den verschiedenen Gartenbereichen geprägt wird. Von dieser hellen Mitte aus entwickeln sich vier Flügel, die jeweils spezifische Funktionen aufnehmen.
Das Tageszentrum öffnet sich zum halböffentlichen Dorfplatz, während die Schwerstpflege in unmittelbarer Beziehung zum geschützten Demenzgarten steht. Die Langzeitpflege bildet zwei Flügel aus, die sich großflächig zum ruhigen Obstgarten orientieren und damit den Bewohnerinnen und Bewohnern einen besonders naturnahen Aufenthaltsraum bieten.
Zwischen dem Vorplatz und dem Dorfplatz entsteht durch die Kombination aus öffentlichen Funktionen und dem Eingangsbereich ein großzügiges, einladendes Foyer, das als zentraler Ankunftsort, sozialer Treffpunkt und Verteiler dient. In den drei Obergeschossen ist der Baukörper in einer U-Form organisiert, was eine übersichtliche Struktur schafft und den innenliegenden Demenzgarten als geschützten, atmosphärischen Außenraum ermöglicht.

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