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WB St. Peter i.d.Au Buildungs- und Kulturcampus
Status
Wettbewerbsbeitrag
Programm
Musikverein, Musikschule und Aula mit Bibliothek
Ort
3352 St. Peter in der Au
Leistung
Entwurf
Fotos
-
Visualisierungen
©kb+l architektur
Info
STÄDTEBAU
Der Neubau der Musikschule und des Musikvereins mit integrierter öffentlicher Bibliothek bildet das zentrale Bindeglied eines entstehenden Bildungscampus in St. Peter in der Au. Auf einem Areal, das bereits durch Einrichtungen wie Neue Mittelschule, Polytechnische Schule, Turnsaal, Volksschule und die „Carl-Zeller-Halle“ geprägt ist, wird der Neubau als städtebaulicher Schüsselstein positioniert.
Er liegt exakt zwischen der Neuen Mittelschule und dem bestehenden Turnsaal, wodurch eine direkte, überdachte Verbindung ohne Durchgang durch ein Gebäude ermöglicht wird. Die Baukörper orientieren sich an den Hauptachsen des Areals und schaffen durch gezielte Öffnungen eine klare Durchwegung des Campus. Die neue Platzierung unterstützt logische, gut lesbare Bewegungsflüsse der Schüler:innen zwischen den bestehenden Schulgebäuden und dem Neubau. Die Bebauung erfolgt auf dem Gelände des ehemaligen Hartplatzes und Feuerwehrhauses – somit entsteht keine zusätzliche Bodenversiegelung. Auch das neue multifunktionale Spielfeld bleibt entsiegelt und steht am Wochenende für Veranstaltungen zur Verfügung. Bestehende Grünstrukturen wie das Birnen-Erd-Labyrinth bleiben erhalten und werden aufgewertet. Ein neues Stiegenhaus sorgt zusätzlich für eine barrierefreie Verbindung über den gesamten Campus.
ENTWURFSKONZEPT
Das zentrale Konzept ist die Trennung der Hauptfunktionen – Musikschule und Musikverein – in zwei identische, gegeneinander gedrehte Baukörper. Verbunden sind sie durch eine großzügige Aula, die als Haupterschließung, Begegnungsraum und Gelenk innerhalb der Campusstruktur dient. Die Wiederholung desselben Baukörpers mit identischem Achsraster erlaubt wirtschaftliche Effizienz und eine flexible Grundrissanpassung.
Die öffentliche Bibliothek ist als eigenständiger, gleichwertiger Bestandteil des Gebäudekomplexes konzipiert. Sie erhält eine prominente östliche Positionierung im Ensemble sowie einen eigenen, unabhängigen Zugang mit individuellen Öffnungszeiten. Durch ihre klare Platzierung und gute Sichtbarkeit stärkt sie die Vernetzung mit der Gemeinde und erweitert das Bildungsangebot des Campus wesentlich.
Alle Funktionsbereiche sind logisch strukturiert, gut auffindbar und barrierefrei erschlossen. Die Musikschule verfügt zusätzlich über einen eigenen Aufzug für den einfachen Transport von Instrumenten und Materialien aus dem Lager oder Untergeschoss.
ARCHITEKTUR
Die beiden Gebäude basieren auf einem 6-Meter-Raster, was im Obergeschoss eine flexible Raumaufteilung in Unterrichts- und Sozialräume mit 3 Metern Raumhöhe erlaubt. Aula, Proberäume und Bibliothek erhalten großzügige 5 Meter Lichtraumhöhe. Darüberliegende Galeriegeschosse nutzen den Raum effizient durch zusätzliche Nebenräume.
Unter der auskragenden Struktur des Musikvereins liegt der große Proberaum. Die daraus entstehende halboffene Fläche – im Auslobungstext als „Loggia“ bezeichnet – eignet sich ideal als Freiluftbühne für Außenveranstaltungen wie den wöchentlichen Markt oder ein Bücher-Café.
Der Neubau nimmt Rücksicht auf die angrenzenden Bestandsbauten, insbesondere die Neue Mittelschule, und bindet sich nur so weit an, wie es für Funktionalität und Identität notwendig ist. Die Erschließung ist effizient, mit kurzen und logischen Wegen. Die Vordächer und Auskragungen tragen zur Reduktion der sommerlichen Überwärmung bei, indem sie gezielt Schatten spenden und so den Kühlbedarf der Innenräume senken. Das extensiv begrünte Dach schafft nicht nur ökologische Ausgleichsflächen, sondern bietet auch die statische Grundlage für Photovoltaikanlagen zur Eigenstromerzeugung und Reduktion des allgemeinen Energiebedarfs.
FREIRAUMKONZEPT
Das Freiraumkonzept stärkt die campusartige Struktur und verbindet bestehende und neue Elemente zu einem durchgängigen, attraktiven Außenraum. Das Birnen-Erd-Labyrinth bleibt erhalten und wird zu einem naturnahen Schulpark umgestaltet. Eine Freiluftklasse ermöglicht kreatives Lernen im Grünen.
Überdachte Fahrradabstellplätze entstehen unter der Auskragung der Musikschule und dezentral über das Areal verteilt. Überdachte Treffpunkte bieten Aufenthaltsqualität für Musik- und Mittelschule. Bestehende Spielgeräte werden wiederverwendet – ein Beitrag zur Ressourcenschonung.
Die öffentliche Bibliothek erhält einen eigenen Zugang und Außen-Bücherschränke, die zur Vernetzung mit der Gemeinde beitragen. Der neu gestaltete Vorplatz fungiert als Eingangsbereich sowie als sozialer Treffpunkt und Veranstaltungsort für die Gemeinde.


